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Soziale Teilhabe von Familien in Armut stärken

Auswirkungen von Armut betreffen hierbei nicht nur die materielle Versorgung, sondern auch weitere Lebensbereiche wie Freizeit, Gesundheit und Bildung. Entsprechend benötigen Familien in Armut, neben finanzieller Unterstützung, nicht-stigmatisierende Angebote, die ihre soziale Teilhabe stärken und sie in der Bewältigung ihres Alltags unterstützen.

Die Familieninstitutionen in Rheinland-Pfalz, wie Häuser der Familie/Mehrgenerationenhäuser, Familienbildungsstätten, Familienzentren und Lokale Bündnisse für Familie, bieten hier gute Ansatzpunkte. Sie haben den Anspruch alle Familien zu erreichen. Ihre Angebote sind nicht speziell auf die Zielgruppe von Menschen in Armutslagen ausgerichtet, was Familien in prekären Lebenslagen den Zugang erleichtert, da keine Stigmatisierungserfahrungen zu befürchten sind. Viele Angebote sind kostenfrei beziehungsweise kostengünstig. Über die Verknüpfung von Alltagshilfen und offenen Angeboten mit Bildungs- und Beratungsangeboten werden Schwellen für die Inanspruchnahme von Hilfs- und Unterstützungsangeboten gesenkt. Vor allem offene Angebote, wie Familien- oder Frauenfrühstück und Mittagessen, laden Familien zum Aufenthalt in den Familieninstitutionen ein. Somit sind diese nicht nur zentrale Anlaufstelle für Hilfs- und Unterstützungsangebote vor Ort, sondern ermöglichen auch soziale Kontakte und Teilhabe im Wohnumfeld.

Familieninstitutionen können eine strukturelle Antwort auf Armut in der Kommune sein, indem sie niedrigschwellige, nicht-stigmatisierende Angebote machen oder zu diesen weiter vermitteln und damit den potentiellen Auswirkungen von Armut präventiv begegnen.

 

Praxisbeispiele aus den Familieninstitutionen

  • Ausgabestellen von Lebensmitteln, Kleiderkammern etc. gezielt als Plattform für persönliche Ansprache und Lotsendienste nutzen
  • Angebote zur Stärkung von Handlungskompetenzen, z. B. im Umgang mit Geld und Krediten
  • Angebote im Bereich der Alltagshilfen, z. B. Nachbarschaftshilfen und Patenschaftsprojekte
  • Angebote zur (Wieder-)Integration in den Arbeitsmarkt, z. B. Qualifizierungsmaßnahmen für Frauen in Verbindung mit Kinderbetreuung